10 Alternativen für die Chemietoilette

10 Alternativen für die Chemietoilette

10 Alternativen für die Chemietoilette | Von Zeit zu Zeit fordert unser Körper eine gewisse Form der “Erleichterung” ein. Dabei ist es ihm ganz egal, ob wir gerade eine Toilette in der Nähe haben oder nicht.

Auch im Wohnmobil macht die Natur da keine Ausnahme. Zum Glück sind aber viele Camper entsprechend für eine solche Situation ausgestattet.

Lange Zeit galt die Chemietoilette als komfortabelste Lösung, um dem Flehen und Betteln des Körpers nachzugeben. Im Inneren des Fäkalientanks sorgen die namensgebenden Chemikalien dafür, dass sich unsere Hinterlassenschaften zersetzen, um sich so einfacher entsorgen zu lassen.

Sobald der Tank seine Füllgrenze erreicht hat, gibt man seinen Inhalt in eine entsprechende Entsorgungsstation und schon kann das Spiel von Neuem beginnen.

Das Problem an der ganzen Sache ist aber die dabei eingesetzte Chemie. Denn diese ist schädlich. Sowohl für uns Menschen, als auch für die Natur. Außerdem kann Dich eine Chemietoilette in der Planung Deiner Reiseziele einschränken, da Du immer darauf achten musst, dass Du regelmäßig Zugriff auf Entsorgungsstationen hast. Besonders wenn Du oft und gerne autark unterwegs bist, kann das störend sein.

Aus Gesprächen können wir dir sagen, dass Klärwerke die in der Näher mehrere Campingplätze sind, gerade bei warmem Wetter, große Probleme haben die Chemie rauszufiltern. Also benutzt bitte KEINE CHEMIE in euren Kasettentoiletten.

Zum Glück gibt es mittlerweile aber einige Alternativen, die sich deutlich besser mit der Natur vertragen, auch für uns unbedenklich(er) sind und Dich unabhängig(er) von Entsorgungsstationen machen.

Biologisch abbaubare Sanitärflüssigkeit

Nur weil man es Chemietoilette nennt, müssen diese ja nicht zwingend auch immer mit diesem aggressiven Zeug befüllt werden.

Bei unseren Recherchen für diesen Blogbeitrag stolperten wir z.B. über die Firma Solbio aus Belgien. Bei ihrer gleichnamigen Sanitärflüssigkeit* verzichtet Solbio auf chemische Zusatzstoffe und setzt stattdessen auf Naturseifen, natürliche Zitronensäure, natürliche ätherische Öle und eine Vielzahl von Pflanzenextrakten. Alle Bestandteile sind gut verträglich und laut Hersteller biologisch voll abbaubar.

Diese Alternative hat zudem den großen Vorteil, dass die bestehende Chemie- bzw. Kassettentoilette weiterhin genutzt werden kann.

Der Inhalt des Fäkalientanks sollte aber natürlich auch weiterhin über entsprechende Entsorgungsstationen erfolgen.

TrockenTrennToilette

Der neue Rockstar unter den mobilen “Stillen Örtchen” ist die TrockenTrennToilette. Sie ist ökologisch, nachhaltig und einfach in der Bedienung/Entsorgung.

Wie der Name es schon vermuten lässt, kommen Toiletten dieser Art komplett ohne Sanitärflüssigkeiten und auch ohne Wasser zum Spülen aus.

Durch einen sogenannten Trenneinsatz werden Kot und Urin in separaten Behältern oder Tanks aufgefangen und können so nicht miteinander reagieren bzw. für “schlechte Luft” sorgen.

Nach dem “großen” Toilettengang wirfst Du einfach etwas Streu auf die Hinterlassenschaften um die darin enthaltenen Flüssigkeiten zu binden und so Gerüche zu minimieren bzw. ganz zu unterbinden.

Letzteres kannst Du durch den Einbau eines zusätzlichen Lüfters auch noch beschleunigen.

Den Kot-Behälter solltest Du am besten mit einem Beutel (z.B. kompostierbarer Müllbeutel) ausfüllen um Dir die Entsorgung später so einfach wie möglich zu machen. Hat der Feststoffbehälter nämlich seine Füllgrenze erreicht, musst Du den Beutel nur noch aus dem Behälter holen, zuknoten und entsorgen.

TrockenTrennToiletten gibt es in vielen verschiedenen Varianten und Größen, z.B. in der mobilen Version, wie die Vanlust TrockenTrennToilette eine ist.

Durch ihre kompakten Ausmaße ist diese TrockenTrennToilette universell einsetzbar und passt in nahezu jedes Fahrzeug.

Alles was Du für den Bau und den Betrieb Deiner eigenen mobilen TrockenTrennToilette brauchst, findest Du im Vanlust Shop.

Es gibt aber natürlich auch größere Varianten. Diese eignen sich z.B. für den festen Einbau in einen Camper oder Wohnmobil.

Trockentoilette

Die Trockentoilette ist quasi die abgespeckte Version der TrockenTrennToilette. Durch den Verzicht auf den Trenneinsatz bzw. generell die Trennung von Festem und Flüssigem kann sie mit deutlich geringeren Maßen als ihr großes Geschwisterchen punkten.

Einige Varianten der Trockentoilette lassen sich sogar zusammenklappen und irgendwo “dazwischenquetschen”, wenn Du sie gerade nicht benötigen solltest. Es empfiehlt sich vorher allerdings den Auffangbehälter zu leeren bzw. den Beutel zu wechseln 😉

Im Prinzip ist die Trockentoilette ein Eimer in Sitzhöhe bzw. ein Klappgestell mit Beutelhalterung auf denen eine Toilettenbrille mit Deckel angebracht ist.

Durch die Vermischung von Kot und Urin kann es aber recht schnell zu Geruchsbildung kommen, weshalb Du Eimer oder Beutel immer recht zügig leeren bzw. entsorgen solltest.

Komposttoilette

Auf den ersten Blick sehen Komposttoiletten nicht anders aus als TrockenTrennToiletten. Und tatsächlich funktionieren sie auch sehr ähnlich, z.B. werden Festes und Flüssiges hier ebenfalls voneinander getrennt.

Es gibt aber einen wesentlichen Unterschied und dieser findet sich im Feststoffbehälter. Diesem werden nämlich Substrate (z.B. aus Kokosfasern) zugegeben, die einen Kompostiervorgang einleiten, sobald sie mit unseren Feststoffen vermengt werden.

Viele Komposttoiletten, wie z.B. die der Firma Nature’s Head, besitzen daher seitlich angebrachte Kurbeln, mit denen der Inhalt des Feststofftanks “verrührt” werden kann.

Durch das Vermengen und die eingeleitete Kompostierung (wichtig: es entsteht kein fertiger Kompost, sondern so eine Art Vorprodukt) nimmt das Volumen der großen Geschäftlichkeiten ab und macht somit Platz für mehr davon. Zusätzlich können die für das Kompostieren zuständigen Bakterien so ihre Arbeit besser machen.

Auf diese Weise kannst Du durchaus mehrere Wochen unterwegs sein, ohne Dir Gedanken um die Entsorgung machen zu müssen. Ideal also für lange Touren mit Autarkie-Charakter.

Ist der Feststoffbehälter dann doch mal voll, kannst Du seinen Inhalt entweder auf einen Komposthaufen geben oder einfach in einen Müllbeutel schütten und dann entsorgen.

Im Behälter selber ist übrigens kein Beutel oder ähnliches vorgesehen, da sich dies unter anderem nicht mit der Kurbelmechanik vertragen würde.

 

Verbrennungstoilette

Einen ganz anderen Weg, als die bisher aufgezählten Alternativen zur Chemietoilette, geht die Verbrennungstoilette der Firma Cinderella.

Bei dieser werden Kot und Urin nach dem Toilettengang bei hohen Temperaturen verbrannt. Flüssiges verdampft und vom Festen bleibt danach nur noch ein Häufchen Asche übrig. Letztere kannst Du dann entweder als Dünger nutzen oder entsorgen.

Verbrennungstoiletten funktionieren ohne Wasserspülung oder den Zusatz von Sanitärflüssigkeiten. Im Grunde handelt es sich also irgendwie auch um eine Art Trockentoilette, nur der Weg der Hinterlassenschaften ist eben ein anderer.

Vor jedem Toilettengang muss eine spezielle wasserdichte Tüte eingelegt werden, damit der Auffangbehälter für die Asche vor dem Verbrennungsvorgang nicht verunreinigt werden kann.

Ist die Sitzung beendet werden die Tüte samt Inhalt verbrannt und was noch übrig ist (die Asche) fällt in den Auffangbehälter. Dieser hat genügend Platz für die Überbleibsel von ca. 70-80 Toilettengängen.

Damit die Toilette aber überhaupt etwas verbrennen kann, muss ihr natürlich ein entsprechender Energielieferant zur Verfügung stehen. Dafür bringt die Verbrennungstoilette sowohl einen Gas- als auch einen Stromanschluss mit. Für jeden Brennvorgang werden etwa 110 bis 180g Gas verbraucht und ca. 1,3 A Strom (ca. 16 Watt Leistung) benötigt. Im “Leerlauf” beträgt der Stromverbrauch 0,005 A (ca. 0,06 Watt).

Und natürlich wiegt diese ganze Technik auch ein bisschen was. Etwa 20 kg bringt so eine Verbrennungstoilette auf die Waage. Ein Punkt, der bei der Planung für den Aus- oder Umbau Deines Wohnmobils durchaus wichtig sein kann.

Zerhackertoilette

Die sogenannte Zerhackertoilette ist ebenfalls eine umweltschonende und interessante Alternative für das Chemie-Klo. Sie kommt zwar nicht ohne Wasser aus, benötigt aber keinerlei Sanitärzusätze.

Nach dem Geschäft bzw. dem Spülen werden die Ausscheidungen, wie der Name es schon vermuten lässt, zerhackt. Und zwar so fein, dass die Feststoffe fast flüssig werden. Man könnte hier also quasi auch von pürieren sprechen 😉
Klingt im ersten Moment vielleicht eklig, der Vorteil daran ist aber, dass die einzelnen Sitzungsergebnisse auf diese Weise weniger Platz im Fäkalientank benötigen.

Ist der “Püriervorgang” abgeschlossen, werden die zerhackten Hinterlassenschaften in den gerade erwähnten Tank gepumpt. Dieser ist über einen Schlauch mit der Zerhacker-Einheit verbunden und kann von Dir somit relativ frei und unabhängig vom Standort der Toilette positioniert werden.

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Wie schnell bzw. häufig Du den Tank leeren musst, hängt von seinem Fassungsvermögen ab. Da Kot, Spülwasser, Toilettenpapier und Urin im selben Pott landen, sollte dieser schon mindestens ein Volumen von 25 bis 30 Litern aufweisen, wenn Du ihn nicht jeden Tag leeren möchtest.

Für die Benutzung der Zerhackertoilette benötigst Du neben Wasser auch Strom. Dieser versorgt sowohl den Motor für die Zerhacker-Mechanik, als auch die Pumpe mit Energie. Der Verbrauch soll aber relativ gering ausfallen.

Genau wie die Verbrennungstoilette gehört auch die Zerhackertoilette nicht unbedingt zu den Leichtgewichten unter den Stillen Örtchen. Je nach Gerät können es zwischen 15 und 25 kg sein.

Vakuumtoilette

Die Vakuumtoilette kennst Du bestimmt aus Flugzeugen oder Zügen. Sie kommt gänzlich ohne Zusätze von Chemie oder Sanitärflüssigkeiten aus und verbraucht weniger Wasser als eine Zerhackertoilette.

Beim Spülvorgang wird einfach etwas Wasser (ca. 0,4 Liter) in die Toilettenschüssel gelassen und dann zusammen mit Kot, Toilettenpapier und Urin mittels Unterdruck abgesaugt.

Am anderen Ende der Leitung befindet sich dann ein Fäkalientank, um das beschleunigte Spülgut aufzufangen.

Der Absaugmechanismus funktioniert, je nach Gerät, pneumatisch oder elektrisch.

Mit ihren knapp 15 kg ist die Vakuumtoilette zwar etwas leichter als die Verbrennungs- oder Zerhackertoilette, dafür benötigt sie aber einen größeren Fäkalientank, da ja nichts zerhackt oder verbrannt wird.

Eimer

Es muss gar nicht immer unbedingt eine richtige Toilette sein. Ein Eimer tut es im Prinzip auch. Du kannst ihn z.B. wie eine Trockentoilette nutzen.

Allerdings wollen wir an dieser Stelle nicht unerwähnt lassen, dass Du dabei auf einen gewissen Komfort verzichten musst. Die Sitzhöhe ist beispielsweise nicht ganz optimal und die Stabilität ggfs. auch nicht so unbedingt.

Ansonsten ist der Eimer aber ebenfalls eine gute und nachhaltige Alternative zur Chemietoilette.

Wenn Du ihn fest verschließen und sicher verstauen kannst, bietet er außerdem “Stauraum” für ein bis zwei Tage und muss nicht immer sofort entleert werden.

Wenn der Eimer z.B. mit einem (kompostierbaren) Müllbeutel ausgelegt wird, ist die Entsorgung der Hinterlassenschaften zudem sehr leicht. Und die Geruchsentwicklung kannst Du durch den Einsatz von Kleintierstreu oder ähnlichem auch relativ gering halten. Auch wenn es trotzdem nicht unbedingt ratsam ist, den vollen Eimer über einen längeren Zeitraum zu lagern.

Ist der eingelegte Beutel irgendwann voll, kannst Du ihn (gut verschnürt) im Hausmüll bzw. einer Mülltonne entsorgen.

Öffentliche Toiletten

Wenn für Dich keine der bisher genannten Alternativen infrage kommt, es aber auf keinen Fall eine Chemietoilette sein soll, gibt es auch noch die Möglichkeit auf öffentliche Toiletten zurückzugreifen.

Die Vorteile dieser Variante wären, dass Du Dir keine Sorgen um die Entsorgung Deiner Hinterlassenschaften machen musst und das Du auf Chemie verzichten kannst. Zumindest solange Du nicht in die Verlegenheit kommst auf Toiletten (wie z.B. die kleinen ToiToi Häuschen) zurückgreifen zu müssen, bei denen auch Chemie zum Einsatz kommt.

Allerdings kann es auch Deinen Bewegungsradius einschränken, wenn Du von der Verfügbarkeit öffentlicher Toiletten abhängig bist. Wenn Du z.B. eigentlich gerne autark unterwegs sein möchtest, kann es schon mal nervig sein.

Wenn Du aber sowieso die meiste Zeit auf Campingplätzen oder entsprechend ausgestatteten Plätzen verbringst, dann ist es eine gute, aufwand- und platzsparende Alternative zur Chemietoilette.

Schaufel

Es geht natürlich auch ganz ohne Toilette. Du könntest Dir, die entsprechende Privatsphäre vorausgesetzt, z.B. ein gut geschütztes Örtchen suchen und Dir dort ein Loch buddeln.

Bei dieser Form des Toilettengangs solltest Du das benutzte Toilettenpapier allerdings nicht zusammen mit Deinen Hinterlassenschaften vergraben, sondern in einem Müllbeutel sammeln und bei Gelegenheit entsorgen.

Weil sich einige aber leider “etwas” daneben benehmen und z.B. das dreckige Toilettenpapier einfach herumliegen lassen, ist diese Toiletten-Alternative vielerorts nicht sooo gerne gesehen und daher nur etwas für den absoluten Notfall.

 

Welche Alternative für die Chemietoilette ist Dein Favorit?

Wie Du sehen kannst, gibt es jede Menge Alternativen für Chemietoiletten. Du brauchst Dir nur noch die für die beste Variante auszusuchen.

 

Vielleicht hast Du aber auch schon längst einen Favoriten? Welche Alternative hat Dich überzeugt bzw. worauf schwörst Du?

Lass es uns gerne in den Kommentaren wissen.

 

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Cathi & Flo

 

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